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Markus Stange, Klavier
Florian Schüle, Klarinette
Duru Seong, Violine
Hugo Rannou, Violoncello

Olivier Messiaen (1908-1992): Quatuor pour la fin des temps für Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier

Ein Klangstück vom Ende der Zeit
Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du Temps für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier zählt zu den meistgespielten Kammermusikwerken des 20. Jahrhunderts. In acht Sätzen entwirft der Komponist einen musikalischen Kommentar zu Offenbarung 10 – ein Werk, das zwischen apokalyptischer Schärfe und meditativen Lobgesängen auf die Ewigkeit spannt.

Warum dieses Werk ein Wunder ist
Messiaens Quartett entstand in deutscher Kriegsgefangenschaft. Im Juni 1940 bei Verdun gefangengenommen, kam der Komponist ins Stalag VIII A bei Görlitz, im heute polnischen Zgorzelec. Als französischer Kriegsgefangener fiel er unter die Genfer Konvention; seine Lage war beschwerlich, aber nicht akut lebensbedrohlich.
Der Wachoffizier Karl-Albert Brüll, frankophil und kunstinteressiert, beschaffte ihm Notenpapier und Probezeit. So konnte Messiaen täglich komponieren. Es entstand ein Werk tief religiöser Substanz, dessen Bezugspunkt die Vision aus Offenbarung 10 ist – der Engel im Regenbogen, der das Ende der Zeit verkündet. Diese Bilder hat Messiaen in der Vorrede zur Partitur selbst ausgelegt, als theologisches Fundament der Komposition, nicht als Halluzination eines Hungernden.
Die Uraufführung fand am 15. Januar 1941 in der Theaterbaracke des Lagers statt, bei minus 25 Grad, vor rund vierhundert Mitgefangenen. Es spielten der Geiger Jean Le Boulaire, der algerisch-jüdische Klarinettist Henri Akoka, der Cellist Étienne Pasquier auf einem dreisaitigen Instrument und Messiaen am verstimmten Klavier. Auf dem ehemaligen Lagergelände erinnert seit 2014 das Begegnungszentrum Maison Olivier Messiaen an diesen Abend.

Das macht dieses Studiokonzert so besonders
Markus Stange, Professor für Klavier an der Hochschule für Musik Karlsruhe, gilt als ausgewiesener Messiaen-Interpret und gestaltete bereits in der vergangenen Saison ein Studiokonzert in dieser Reihe. Für den Abend versammelt sich um ihn ein Quartett aus vier Musikern, die die Spannweite des Quatuor pour la fin du Temps zwischen meditativer Dehnung und exaltierter Schärfe ausspielen. Ein emotionaler Abend mit starker Botschaft, damals wie heute: Selbst am Ende der Zeit spendet Musik Trost, verbindet und bestärkt – über alle Grenzen hinweg.

„Das Konzert war eines der besten der Saison. Die vier Musiker sind Meister ihrer Instrumente und präsentierten dieses hoch anspruchsvolle Werk auf Weltklasseniveau.“ Pforzheimer Zeitung

Bei Kauf einer ermäßigten Karte bitten wir Sie, den entsprechenden Berechtigungsnachweis am Einlass vorzuzeigen.

Veranstalter: Kulturbüro Singen

Saalöffnung: 19:00 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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