Quelle: Reservix


Konstantin Manaev Violoncello
Luftwaffenmusikkorps Münster
Alexander Kalweit, Leitung
Julia Smirnova, Christian Kim, Violine
Miguel Erlich, Viola
Victoria Saldarini, Violoncello

Das Holzbläserthema „verkehrt“: mit dem groovenden Cellokonzert Friedrich Guldas und mit Konstantin Manaev, dem charismatischen Cellisten und künstlerischen Leiter des Romberg-Festivals, als Solist. Die Bläser, Musiker:innen des Luftwaffenmusikkorps Münster, formen zusammen mit Streichern und einer Rock-Band ein kleines Orchester unter Leitung von Alexander Kalweit.

Gulda, Komponist, Jahrhundertpianist, Klassikrebell und Universalkünstler, überspringt mit seinem Cellokonzert in fröhlichem Zickzack sämtliche Gräben zwischen sogenannter U- und E-Musik, Klassik, Pop, Jazz, Volksmusik oder Rock. Das unkonventionelle Konzert ist Manaev auf den Leib geschrieben:

„Das Cello rockt und groovt mit oder gegen das Bläserensemble, bis vollkommen unvorbereitet eine Mozartsche Idylle ausbricht, um endlich in diesem Aufruhr wieder sonore Ruhe und Frieden zu schaffen. Doch jäh verstummt das Szenario, als ob plötzlich eine Tür aufgeschwungen würde, im Gegenlicht die Silhouette einer finsteren Gestalt, als hätte der Gangster in einem Thriller seinen ersten Auftritt in Form einer waghalsigen, völlig absurden Solokadenz. Kaum ist der Schreck in die Knochen gefahren, macht sich ein zierliches, schlichtes Barock-Menuett zaghaft bemerkbar, versucht die Gemüter zu beruhigen. Doch vergeblich, denn die Ausseer Dorfmusik hat Wind bekommen von dem Wirbel und platzt gnadenlos in die Szenerie hinein, das Cello matcht sich mit ihr, die Situation droht zu eskalieren und verwandelt sich in eine rockige Auseinandersetzung – doch wie in jeder guten Dorfbalgerei ist man bald wieder gut miteinander und leert ausgelassen im Dorfwirtshaus ein Bier.“ (F. Kleinhapl, Booklet „Gulda Meets Shostakovich“)

Bernhard Rombergs Concert-Ouvertüre (1812) schwingt zwischen klassischer Formklarheit und frühromantischem Ausdruck melodisch und spielerisch aus. Der europaweit berühmte Cellist, der in Münster aufwuchs, denkt als Cellist und Komponist gesanglich. Mozarts Figaro-Marsch strahlt in Loritz’ konzertanter, nicht militärischer, Bearbeitung von höfischer Grazie, humorvoller Leichtigkeit und schelmischen Effekten. Tänzerisch elegant Grétrys exotisierender, ebenfalls konzertanter Janitscharenmarsch, der im 18. Jh. den Idealen der Französischen Revolution, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Ausdruck verleihen sollte. Konstantia Gourzi entfaltet in ihrem Streichquartett ein konzentriertes Ritual aus Klanggesten, einen Kreislauf aus Impuls, Wiederholung und Verwandlung, darin kontemplative Ruhe und tänzerisch aufgeladene Energie.

Summerwinds meets Romberg Festival

Bernhard Romberg (1767–1841): Concert-Ouvertüre, op. 34 (ca. 1813)
Wolfgang A. Mozart (1756–1791): Figaro-Marsch, bearb. Albert Loritz
Konstantia Gourzi (*1962): Telestía, für Streichquartett, op. 103
André-Ernest Modeste Grétry (1741–1813): Marche des Janissaires, bear. Gerhard Baumann
Friedrich Gulda (1930–2000): Konzert für Violoncello und Blasorchester

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Nordkirchen

05.07.2026
18:00 Uhr
Tickets
ab 40,00 €
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