Quelle: Reservix

Freitag, 19.06.2026
um 20:00 Uhr




„Barocco splendente“ – strahlender Barock! Mit Macht eroberte der „stile moderne“ damals den Norden, von Rom, der „Ewigen Stadt“, und zuvorderst von Venedig aus, das noch heute den alten Beinamen „La Serenissima“ trägt: die Allerdurchlauchtigste, Heiterste, Reichste-und-Schönste.
Von Venedig aus prägte Vivaldi die Musik der Epoche; in Rom komponierten die Geigenvirtuosen Antonio Montanari und Giuseppe Valentini. Um expressive Melodien und dramatischen Ausdruck ging es ihnen in ihrem Werk. Das war neu. Zuvor schon hatte man in Italien das Concerto erfunden, das concertare als Zusammenwirken und Wetteifern von verschiedenen Klanggruppen oder von Tutti und Solist. Der Wechsel von Solo- und Tuttipassagen, opulente Ornamentik, motorische Rhythmik und basso continuo-Begleitung – all dies diente der Steigerung des musikalischen Affekts.

Das packte die Deutschen, auch den Hofkapellmeister Heinichen in Dresden, einem der bedeutendsten Musikzentren Europas, und den Hochfürstlichen Anhaltischen Hofkapellmeister Fasch in der kleinen, feinen Residenzstadt Zerbst. Italienisch „infiziert“, erfanden die beiden virtuose, zugleich klare und elegante Melodien, instrumentierten sie farbig, durchsetzten dabei den Orchesterpart kontrapunktisch, überraschten harmonisch: „Barocco splendente“!

Tabea Debus, eine der international führenden Blockflötist:innen ihrer Generation mit Homebases in Hannover und London, und La Serenissima, das renommierteste, „allerdurchlauchtigste“, britische Ensemble für die Musik Venedigs im 18. Jh. und ihr verwandter Komponisten, lassen ihr Programm funkeln, lassen es tanzen. „Barocco splendente“ ist Vitalität und Geschmack, Natürlichkeit und Perfektion zugleich. So übertreibt Classic FM, der wichtigste Klassiksender Great Britains, mit seinem Lob keineswegs: „They really put the rock into baroque!“

Barocco splendente
Joh. Friedrich Fasch (1688–1758): Concerto für Blockflöte, Streicher, b.c. F-Dur
Joh. David Heinichen (1683–1729): Ouverture-Suite für Streicher, b.c. G-Dur, S 205 | Sinfonia zur Oper „Mario“ (Venedig, 1713) für Blockflöte, Streicher, b.c.
Antonio Montanari (1676–1737): Concerto für Flautino, 2 Violinen, b.c. B-Dur
Giuseppe Valentini (1681–1753): Concerto XI für 4 Violinen, Viola, Cello, b.c. a-Moll, op. 7
Antonio Vivaldi (1678–1741): Concerto für Blockflöte, Streicher und Continuo c-Moll, RV 441

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