Freitag, 20.03.2026
um 21:00 Uhr




Christopher Kunz sax / Achim Kaufmann p / Flo Fischer dr

Die Unwucht ist ein Saxophon/Schlagzeug-Duo, das freie Improvisation als soziale Praxis versteht. Ihre Musik entsteht als Echtzeit-Komposition: im Dialog von Klang, Körper, Raum und Beziehung. Kontrolle tritt zurück zugunsten von Offenheit, Resonanz und Transformation. Ausgehend von der Tradition des Free Jazz begreifen der Saxophonist Christopher Kunz und der Schlagzeuger Florian Fischer Improvisation nicht nur als ästhetischen Akt, sondern als kollektiven Prozess, in dem sich Subjekt und Material wechselseitig beeinflussen. Klang „führt“ mit, Formen entstehen und vergehen, Bedeutungen werden nicht vorgegeben, sondern im gemeinsamen Erleben erzeugt. Konzerte werden so zu temporären Ritualen: Orte intensiver Präsenz, körperlicher Erfahrung und möglicher Veränderung – für Publikum wie Musiker gleichermaßen. Musik wirkt hier als verbindende Kraft, die individuelle Wahrnehmung öffnet und kollektive Resonanz erfahrbar macht. Mit dem Pianisten Achim Kaufmann erweitern sie sich zum Trio und öffnen den musikalischen Raum um eine weitere Ebene struktureller wie energetischer Spannung. Kaufmanns oszillierendes Spiel zwischen Impuls, Textur und Stille, fungiert dabei weniger als harmonisches Fundament denn als Katalysator: Er destabilisiert, verdichtet, spiegelt und transformiert das Geschehen. Im Trio verschiebt sich die Improvisation von der dialogischen zur polyphonen Praxis. Entscheidungen werden fragmentierter, Verantwortung verteilt sich, Führung wird situativ und flüchtig. Das musikalische Gefüge bleibt bewusst fragil – ein offenes System, in dem Reibung, Missverständnis und Bruch nicht vermieden, sondern produktiv gemacht werden. Die Unwucht feat. Achim Kaufmann wird zu einem Labor für kollektive Wahrnehmung: Musik als Prozess des Aushandelns, des Hörens und Sich-Hörens-Lassens. Nicht das Resultat steht im Vordergrund, sondern das Geschehen selbst – als geteilte Erfahrung von Intensität und momenthafter Ordnung.

„Der spontane freie Austausch führt bei diesem Dreier zu hoch intensiver Dynamik, zu energischen Ausbrüchen, zu beängstigenden Verdichtungen, aber auch zu versunkenen, fast ätherischen Passagen, zu Farbkombinationen- und Mischungen, in denen Rot und Blau eben nicht zwangsläufig Lila ergeben.“ – Ssirus W. Pakzad – Jazz thing zum Album Red And Blue Don’t Make Purple

Einlass ab 20:00 Uhr. Keine Sitzplatzgarantie

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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