Mittwoch, 15.04.2026
um 19:00 Uhr




Wir freuen uns, den renommierten Autor und Juristen Ronen Steinke in Tübingen begrüßen zu dürfen! In seinem neuen Buch „Meinungsfreiheit“ beleuchtet er eines der zentralen Themen unserer Demokratie: Wie frei ist unsere Rede wirklich – und wo liegen die Grenzen? Steinke verbindet juristische Expertise mit gesellschaftspolitischer Analyse und lädt gemeinsam mit Stephan Kühnle zu einem spannenden Gespräch über die Zukunft der freien Meinungsäußerung ein.

Noch nie gab es in der Bundesrepublik so viele und so strenge Gesetze zur Regulierung und Einschränkung der Meinungsfreiheit wie heute. In den vergangenen zehn Jahren ist eine Vielzahl neuer Paragrafen hinzugekommen, um bestimmte Äußerungen zu verbieten. Der Staat definiert etliche Sätze als strafbar, die noch vor zehn Jahren ganz klar unter die Meinungsfreiheit fielen.
Ronen Steinke zeigt auf, wo neuerdings die Grenzen der Meinungsfreiheit verlaufen, auch im digitalen Raum. Gerade in der gegenwärtigen volatilen Lage, so argumentiert der promovierte Jurist, sollte das Land mehr Meinungsfreiheit wagen, anstatt zu glauben, man überzeuge Menschen, indem man ihnen den Mund verbietet. Wer bestimmt, was als „Hass und Hetze“ gilt?
Der Satz „Impfen macht frei“ ist neuerdings eine Straftat, aber „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ ist erlaubt. „Juden = Kindermörder“ ist eine Straftat, doch die Aussage, Olaf Scholz sei ein „Volksschädling“, ist erlaubt. Zu sagen, die Corona-Politik „erinnere“ an 1933, ist eine Straftat, aber die Vertreibung aller Palästinenser aus Gaza zu fordern, ist erlaubt. Wer kennt sich da noch aus?
Ein engagierter Appell, mehr Meinungsfreiheit zu wagen, Debatten auszuhalten, mutiger zu sein.

Ronen Steinke ist Leitender Redakteur und Kolumnist der »Süddeutschen Zeitung«. Der Investigativreporter recherchiert seit Jahren im Umfeld des Verfassungsschutzes. Im Berlin Verlag erschien zuletzt sein hochgelobter Bestseller »Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Die neue Klassenjustiz« (2022). Seine Biografie über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Auschwitz-Prozesse, wurde mit »Der Staat gegen Fritz Bauer« preisgekrönt verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ronen Steinke lebt in Berlin. Copyright Autor*innen Foto: Tobias Kruse / Ostkreuz

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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