2022 mitten in Moskau rezitiert der russische Dichter Artjom Kamardin Gedichte gegen den Krieg in der Ukraine. Bereits am darauffolgenden Tag wird er vor den Augen seiner Frau vergewaltigt, abgeführt und zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie, Alexandra Popowa, unter Schock, erschüttert und zerissen, flieht. Doch sie kehrt zurück und kämpft. Wie zahlreiche weitere Menschen in Russland, die etwas anderes wollen für ihr Leben, für ihr Land und seine Nachbar*innen. Sie kämpfen, so lange schon. Aber es reicht nicht.
Und – wer rettet Artjom Kamardin? Das ukrainisch-russisch-deutsche Ensemble ist sich uneins: Kamardin retten? Wieso, wenn das eigene Leben in Trümmern liegt. Was ist denn noch (un-)menschlich? Was feige? Selbstverständlich? Kann man das eine Unrecht gegen das andere aufwiegen, rechtfertigen? Wem gebührt die Freiheit? Darf man diese Fragen stellen? An diesem Abend werden sie gestellt, herausgerufen, gefühlt. Das Zeitgeschehen – nahbar.

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Johan Grimonprez

Karlsruhe

07.06.2025