Henja Semmler, Simone von Rahden, Daniel Paulich & Vasyl Kotys
21.05.2026
/ 19:00 Uhr
Friedeburg-Horsten
, St. Mauritiuskirche Horsten
Er ist ein echtes Gezeiten-Urgestein und zum wiederholten Male zu Gast: Der Pianist Vasyl Kotys, einst Meisterschüler und inzwischen Kollege von Matthias Kirschnereit an der Rostocker Musikhochschule, reist diesmal mit drei weiteren Rostocker Kollegen nach Ostfriesland. Mit Henja Semmler (Violine), Simone von Rahden (Viola) und Daniel Paulich (Violoncello) spielt er in Horsten zwei gewichtige Klavierquartette des 19. Jahrhunderts, und beide in g-Moll. Besonders das Quartett op. 25 von Brahms gehört zu den beliebtesten Werken der Gattung. Kein Wunder, scheint es doch vor Leidenschaft fast zu bersten, und das, obwohl es – wie bei Brahms eigentlich immer – höchst anspruchsvoll gearbeitet ist.
Das Quartett op. 45 von Gabriel Fauré hört man hingegen eher selten, wie überhaupt Fauré hierzulande leider nicht allzu häufig auf den Konzertprogrammen auftaucht. Er steht zwischen Camille Saint-Saëns, dessen Schüler er war, und Claude Debussy, dessen Impressionismus er sich in seinen späteren Jahren näherte. Beide waren übrigens voll des Lobes für ihren Kollegen. Saint-Saëns etwa schwärmte von seiner Musik: „Man findet in ihr alles, was verführen kann: neue Formen, kühne Modulationen, kuriose Klänge, einen ganz unvorhersehbaren Gebrauch der Rhythmen; und über all dem liegt ein Zauber, der das ganze Werk umhüllt und der die breite Masse der gewöhnlichen Zuhörer dazu bringt, ungeahnte Kühnheiten als die natürlichste Sache der Welt hinzunehmen.“ Für Fauré selbst bewies sich kompositorisches Talent übrigens hauptsächlich in guter Kammermusik. Seien Sie also gespannt auf dieses Werk, über dessen Adagio der Komponist Aaron Copland schrieb, es sei „ein langer Seufzer von unendlicher Zärtlichkeit, ein langer Moment stiller Melancholie und nostalgischem Charme.“
Gabriel Fauré (1845-1924)
Klavierquartett Nr. 2 g-Moll op. 45
Johannes Brahms (1833-1897)
Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25
Henja Semmler (Violine)
Simone von Rahden (Viola)
Daniel Paulich (Violoncello)
Vasyl Kotys (Klavier)