Wann hört ein Gerät auf, ein Werkzeug zu sein, und beginnt, sich wie ein Parasit, ein äußeres Organ oder ein Lebewesen zu verhalten?
Wer hält in dieser Beziehung eigentlich wen fest?
BICHO ist das neue Tanzstück von Post-Organic Bauplan und führt die fortlaufende Auseinandersetzung der Gruppe mit der Co-Evolution von Körpern, Robotern und Bewegung weiter.
In BICHO begegnen die Performer*innen robotischen Wesen, die sich durch Ansaugen an ihrer Haut mit ihren Körpern verbinden können. Die eigens für die Arbeit entwickelten Apparate umschließen den Körper, bewegen sich mit ihm und widersetzen sich ihm. Diese Maschinen sind dafür geschaffen, Begegnungssituationen hervorzubringen: fremd, intim, verspielt, erotisch. Bewegung entsteht durch Aushandlung, indem sich Körper und Maschinen aneinander anpassen und sich in einer Beziehung verstricken, die keine Seite vollständig kontrollieren kann.
Der Tanz eröffnet einen Raum, in dem Technologie nicht nur als Werkzeug erfahrbar wird, sondern als etwas, das berührt, begehrt, abgewehrt, bespielt und neu gedacht werden kann. Gegen eine technologische Kultur, die zunehmend von Automatisierung, Optimierung, Überwachung und Kontrolle geprägt ist, entwirft BICHO eine andere Vorstellung: eine, in der Maschinen nicht dafür geschaffen werden, Körper effizienter zu machen, sondern um mit ihnen einzigartige und intime Beziehungen einzugehen.
Eine robotische Gegenkultur, geboren aus dem tanzenden Körper.