Eine Tanzperformance, scharf wie ein Messer und stark wie ein Herzschlag.

Vier Körper betreten die Arena. Zwischen Konfrontation und Feierlichkeit wiederholen, widerstehen und transformieren sie sich.

Knife Hearts ist eine internationale Koproduktion zwischen Ägypten und Deutschland, die vier Tänzer*innen vereint – drei ägyptische und eine türkisch-deutsche. Als People of Color - Künstler*innen stellen sie westliche Definitionen von Tanz und Performance ebenso infrage wie die Erwartungen, die an sie herangetragen werden. Ausgehend von Raqs Sharqi (der langen Tradition des Bauchtanzes) und Mahraganat (ägyptischer Straßentanz), sowie im Zusammenspiel mit urbanen Tanzpraktiken aus Ägypten und der Region, erweitern und transformieren die Performer*innen das Vokabular des zeitgenössischen Tanzes.

Die Performance setzt sich mit Mahraganat auseinander – einem aufstrebenden Musik- und Tanzgenre, dessen Name wörtlich „Feste“ sowie “Festivals” bedeutet. Häufig als ägyptische Adaption von Hip-Hop, Shaabi, Rap und elektronischer Tanzmusik beschrieben, verbindet Mahraganat diese Einflüsse zu einem intensiv kollektiven und festlichen Ausdruck, der marginalisierte Körper sichtbar macht. Entstanden in den urbanen Randgebieten Kairos, artikuliert Mahraganat die Perspektiven von Communities, die oft ausgegrenzt, stigmatisiert oder als gefährlich markiert werden. Trotz gesellschaftlicher Ablehnung und wiederholter staatlicher Repression hat sich Mahraganat in den letzten zwei Jahrzehnten regional wie international stark verbreitet.

Indem Mahraganat dramaturgisch eingesetzt wird, um soziale Narrative zu verschieben und zu hinterfragen – sowohl in Ägypten als auch in Deutschland – , entsteht eine Performance, die grundlegende Fragen stellt: Wer darf auftreten – und warum? Was geschieht, wenn Tanz aus seinem ursprünglichen Kontext herausgelöst wird? Welche Rolle spielt das Publikum in der Wahrnehmung und Deutung eines tanzenden Körpers?

In einer Zeit zunehmender Diskriminierung, Ausgrenzung und rassistischer Gewalt gegenüber Schwarzen, Indigenen und People of Color – in Deutschland, Europa und darüber hinaus – eröffnet Mahraganat möglicherweise eine andere Form des Sehens. Im Bewegungsrepertoire des Mahraganat finden sich wiederkehrende Motive, die Kämpfe, Messer und Feuer zitieren. Diese ritualisierte Choreografie steht für Virtuosität und Kontrolle, aber auch für die Fähigkeit des Tanzes, Konflikte zu transformieren und zu vermitteln. Es wird getanzt, um nicht zu kämpfen – um Gesten der Aggression in Momente der Verbindung zu überführen und Gewalt in das Potenzial von Gemeinschaft und Feier zu verwandeln.

Die Messer sind präsent – doch hier durchschneiden sie Grenzen und Zuschreibungen und eröffnen Räume für Begegnung, Verbindung und kollektive Erfahrung.

Dauer:
ca. 60 Minuten

ENGLISCH:
A dance performance, sharp as a knife and strong as a heartbeat.

Four bodies enter the arena. Between confrontation and celebration, they loop, resist, and transform.

Knife Hearts is an international co-production between Egypt and Germany, bringing together four dancers — three Egyptian and one Turkish-German. As Artists of Color, they challenge Western definitions of dance and performance, as well as the expectations imposed on them. Drawing on the long tradition of Raqs Sharqi (belly dance) and Mahraganat (Egyptian street dance), as well as blending urban dance practices from Egypt and the region, the performers expand and reconfigure the vocabulary of contemporary dance.

The performance engages with Mahraganat, a burgeoning music and dance genre which literally means 'festivals'. Often described as an Egyptian adaptation of hip-hop, shaabi music, rap and electronic dance music, Mahraganat blends these influences into an intensely festive context that celebrates marginalised bodies. Emerging in the urban outskirts of Cairo, Mahraganat represents and speaks to communities that are often marginalised, stigmatised or labelled as dangerous. Despite strong social stigma and repeated attempts by the state to suppress it, Mahraganat has disseminated significantly and grown in popularity across the region and globally over the past two decades.

By using Mahraganat dramaturgically, the dancers challenge social scripts in both Egypt and Germany, creating a performance that raises challenging questions: Who gets to perform, and why? What happens when dance is displaced from its original context? What is the role of the audience in receiving and interpreting a dancing body?

In a climate of growing discrimination, exclusion and racial violence against Black, Indigenous and People of Colour in Germany, Europe and beyond, Mahraganat may well offer a different way of seeing things. Within the Mahraganat movement's dance vocabulary, there are recurring dance motifs that imitate fighting and the use of knives and fire. This ritualised choreography speaks of virtuosity and control, but also of how dance can facilitate the avoidance and mediation of conflict. People dance to avoid fighting, transforming gestures of aggression into shared moments of connection and sublimating violence into the possibility of togetherness and celebration.

The knives may be out, but here they cut through borders and assumptions, creating space for encounters, connections, and collective celebrations.

Duration:
approx. 60 minutes

Regie, Choreografie & Performance: Islam Elarabi, Sherin Hegazy,Tümay Kılınçel, Mohamed Toto
Dramaturgie: Ismail Fayed
Lichtdesign: Catalina Fernández
Bühnenbild: Cheng-Ting Chen
Musikalische Leitung & Ko-Komposition: Dmitrii Makhonin
Musikproduktion: Ali Elharam
Grafik / Key Visual: Nedal Dewary
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Marcelo Vilela da Silva
Video- und Fotodokumentation: Nataliya Nikolska
Künstlerische Produktionsleitung: Urszula Heuwinkel



Regie, Choreografie & Performance: Islam Elarabi, Sherin Hegazy,Tümay Kılınçel, Mohamed Toto
Dramaturgie: Ismail Fayed
Lichtdesign: Catalina Fernández
Bühnenbild: Cheng-Ting Chen
Musikalische Leitung & Ko-Komposition: Dmitrii Makhonin
Musikproduktion: Ali Elharam
Grafik / Key Visual: Nedal Dewary
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Marcelo Vilela da Silva
Video- und Fotodokumentation: Nataliya Nikolska
Künstlerische Produktionsleitung: Urszula Heuwinkel

Produktion: Islam Elarabi, Tümay Kılınçel
Koproduktion: FFT Düsseldorf, Künstler*innenhaus Mousonturm
Gefördert von: Goethe-Institut - Internationaler Koproduktionsfonds (IKF), Hauptstadtkulturfonds, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Kunststiftung NRW, Stadt Frankfurt am Main, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. Mit freundlicher Unterstützung des theaterhaus berlin
© 2026: Islam Elarabi, Sherin Hegazy,Tümay Kılınçel, Mohamed Toto, Goethe-Institut

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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