Futuristischer Jazztrip mit freigeistigem Sound

Ein Kondensat entsteht beim Übergang eines Stoffes in einen anderen. Es geht ums Eindampfen, Komprimieren und Verdichten. Lauter Vokabeln, die den Bandnamen des Trios rechtfertigen und diese wahrlich neue Musik beschreiben.
DAS KONDENSAT springt ab aus dem Museum in ein Jetzt jenseits diverser orthodoxer Lehren. Jazz ist das auch, aber nur unter anderem. Neugier ist die Gier nach Neuem. Darum geht es hier mit mal rockig-punchigem, mal melodiös-balladeskem Zugriff, generiert mit neuen Medien in neuen Kontexten.
GEBHARD ULLMANN hat jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit modifizierten Klängen, mit denen er hier seine Sopran- und Tenorsaxofone mal durchs Dickicht schlängelt, mal im luftigen Raum emporschweben lässt, dann wieder zupackend auf den Punkt bringt. Der E-Bass von Oliver Potratz kann dunkel dräuen und markant grundieren oder zu wunderbaren Linien abheben. Mal mächtig und mal filigran gießt er ein Fundament. Eric Schaefers Drumming als druckvoll, dringlich und dynamisch zu beschreiben wäre eine Untertreibung. Längst hat er sich in die erste Reihe europäischer Schlagzeuger getrommelt. In der Summe ergibt das eine Band der Superlative und ist doch mehr als die Addition ihrer Teile.
Das Trio spielt inzwischen auf einem Level, dass man sich intuitiv aufeinander verlassen kann. Es lustwandelt gleichermaßen souverän wie spontan auf dem gemeinsam erspielten Territorium. Aus diesem gefestigten Konzept wuchs die Idee, weitere MusikerInnen einzuladen, um das Vokabular der Band forschend zu erweitern. Die traumwandlerisch-kreative Synthesizer-Spielerin (und Maskenbildnerin) LIZ KOSACK erwies sich mit ihren futuristisch dräuenden, gar nicht jazztypischen Keyboardschwaden und -kaskaden als ideale Ergänzung. Vergleichen könnte man das musikalische Neuland von DAS KONDENSAT mit dem des Krautrock am Ende der sechziger Jahre. Doch träfe das nur einen Aspekt dieser Dub, Ambient, Mikrotonales, Free Jazz, Neue Musik und manches mehr integrierenden Band, weil deren Summe mehr ergibt als die einzelnen Teile. Eine Musik nämlich auf der Höhe der Zeit, die mehr will und dabei ins Offene einlädt

Einlass 19 Uhr // Bitte nutzen Sie für Ihren Besuch bei uns möglichst öffentliche Verkehrsmittel. Danke!

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

Das könnte auch interessant sein

WIR SPIELEN ALLTAG
WIR SPIELEN ALLTAG
DAF & Robert Görl

Rüsselsheim

11.04.2026
21:00 Uhr
Tickets
ab 39,50 €
Stefanie Boltz - FEMALE
Lizz Wright - Fall 2026