Vielleicht ist Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“, der nach erlittenem Unrecht blutige Vergeltung übt, der Urtyp des „Wutbürgers“. Wie würde eine Frau sich verhalten? Heike Geißler hat Kleists Novelle selbstbewusst überschrieben.
Doch wo Michael Kohlhaas mordet und brandschatzt, agiert die Friedhofsverwalterin „Michaela Kohlhaas“ vor allem mit Worten: mit Zuspitzung, Übertreibung, Sabotage. Befeuert von erfahrener Willkür und Ohnmacht, wird sie zur Aufsässigen; fluchend und Verwünschungen ausstoßend zieht sie durchs Land. Und muss feststellen: Es ist von Nachteil, eine Frau zu sein. Es ist von Nachteil, sich zu wehren. Doch tatsächlich ist sie eine große Liebende, die nicht nur Verbesserung will – sie verlangt Wiedergutmachung. Und eine gänzlich andere Einrichtung der Welt.

Heike Geißler ist Schriftstellerin, Übersetzerin und arbeitet auch spartenübergreifend im Bereich Schauspiel und Performance in unterschiedlichen Formationen (Sabotique und George Bele). Die Jury des Klopstock-Preises, den die Autorin 2025 erhielt, würdigte Geißler als „herausragende Gegenwartserkunderin“.

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