Der senegalesische Gitarrist, Komponist und Arrangeur Hervé Samb zählt zu den prägenden Persönlichkeiten einer Musik, die afrikanische Traditionen und zeitgenössischen Jazz auf eigene Weise verbindet. Als Begründer des Jazz Sabar führt er die rhythmischen Strukturen Senegals mit jazziger Improvisation, Bluesfarben und komplexer Melodik zusammen. Seine Arbeit wurde international gewürdigt, unter anderem mit einer Grammy Nominierung.
Statt harmonischer Schichtungen entstehen Netze aus Melodie, Rhythmus und Klang, die sich auf magische Weise ständig verändern und zugleich transzendent repetitiv erscheinen.
Seine Gitarre, ob akustisch oder elektrisch, wird dabei oft wie ein perkussives Melodieinstrument eingesetzt, inspiriert von der Kora und den Gesangstraditionen der westafrikanischen Griots. Auch klassische Jazzformen und Stücke wie Coltranes Giant Steps werden in diesem Kontext neu gelesen und in afrikanische Strukturen eingebettet.
Begleitet von Musikern aus dem Umfeld der senegalesischen Szene entsteht ein dichtes, kraftvolles Zusammenspiel. Traditionelle Stimmen treffen auf moderne Ausdrucksformen, Rap und Popfarben verbinden sich mit jahrhundertealten Mustern. Hervé Samb macht die kulturellen Strukturen seiner Herkunft nicht zur Verzierung, sondern zum Ausgangspunkt einer Musik, die zugleich tief verwurzelt und offen für neue Wege ist.

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