Sonntag, 29.03.2026
um 11:00 Uhr




Sonderveranstaltung mit Dr. Rosemarie Killius, Michael Quast und der Klarinettistin Irith Gabriely.

Zum 85. Todestag des Frankfurter Theaterstars und Publikumslieblings, mit historischen Fotos und Filmausschnitten.

„Vielleicht werden Menschen eines Tages in 20, 30 oder 50 Jahren erfahren, dass ein deutscher Schauspieler mit Namen Gottschalk sich lieber zusammen mit seiner Frau umgebracht hat, als sie zu verraten, wozu man ihn unbedingt zwingen wollte. Und sie werden sagen: ‚Sieh an, das ist ein aufrechter Mann, der auf seine Weise nein gesagt hat.’“
(Ariane Mnouchkine, aus Mephisto, Théâtre du Soleil 1979)

Die Volksbühne im Großen Hirschgraben erinnert an den Schauspieler Joachim Gottschalk, Frankfurter Publikumsliebling und Star der Römerberg-Festspiele in den 1930er Jahren. Ab 1938 begann Gottschalk eine steile Karriere als Filmschauspieler. Doch schon in Frankfurt wurde er von den Nazis wegen seiner jüdischen Ehefrau Meta massiv unter Druck gesetzt. Nach einem Wechsel an die Berliner Volksbühne wurden die Repressalien und Drohungen gegen den „jüdisch versippten Schauspieler“, wie es hieß, immer stärker, bis zur Intervention von Goebbels persönlich, der die Trennung des Ehepaares verlangte. Als schließlich Gottschalks Einberufung an die Ostfront und die Deportation seiner Frau und seines Sohnes nach Theresienstadt angekündigt wurden, sahen Joachim und Meta Gottschalk keinen anderen Weg mehr als den selbstbestimmten Tod.

Die Historikerin Rosemarie Killius, Expertin für die Filmgeschichte der 1930er Jahre, hat aus Gesprächen mit Weggefährten, Briefen und Tagebüchern ein eindrucksvolles Bild von Gottschalks Lebensweg gezeichnet. Gemeinsam mit Michael Quast präsentiert sie ihr Buch »Die tödliche Freiheit des Schauspielers Joachim Gottschalk«. Die Klarinettistin Irith Gabriely spielt Musik von Erwin Schulhoff und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Einlass ab 10:15 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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