Messiah
Sonntag, 15.03.2026 um 17:00 Uhr
Messiah
Sonntag, 15.03.2026
um 17:00 Uhr
Messiah
Der Messias
HWV 56
Es gibt Werke, die wirken, als seien sie nicht einfach komponiert, sondern gewachsen – und Händels Messiah gehört dazu. In Großbritannien ist er so vertraut wie bei uns Bachs Weihnachtsoratorium: unzählige Male aufgeführt und doch erstaunlich frisch geblieben.
Seine Besonderheit liegt in der Textauswahl. Händel erzählt die Heilsgeschichte ausschließlich mit Bibelworten, und viele davon stammen aus dem Alten Testament. So entsteht ein faszinierender Dialog zwischen den Jahrhunderten: Die prophetischen Stimmen des Ersten Bundes und die Christuszeugnisse des Neuen Bundes verweben sich zu einer einzigen großen Erzählung. Für Händels Zeit war das theologisch kühn – und ist es eigentlich bis heute.
Der Weg des Werkes war dennoch holprig. Nach dem triumphalen Erfolg der Uraufführung in Dublin 1742 galt der Stoff in London zunächst als ungeeignet für eine abendliche Unterhaltung. Man fürchtete, biblische Worte könnten auf der Bühne profan wirken.
Doch die Zeit hat das Urteil gewendet. Hundert Jahre später war der Messiah so fest in der christlichen Musikkultur verankert, dass man bei der Uraufführung von Brahms’ Deutschem Requiem – dem man mangelnde Christlichkeit vorwarf – ausgerechnet Händels Arie „I know that my Redeemer liveth“ einfügte. Ein feiner Treppenwitz der Musikgeschichte.
Vielleicht berührt der Messiah deshalb so sehr: Er überwindet Grenzen – zwischen Testamenten, Traditionen und Zeiten – und öffnet im Klang einen Raum, in dem sich für einen Moment etwas von jener stillen Größe zeigt, die nur Musik schenken kann.
Mitwirkende:
Judith Wiesebrock, Sopran
Daniel Folqué, Altus
Christian Dietz, Tenor
Sebastian Kitzinger, Bass
Kammerphilharmonie Mannheim
Evangelische Kantorei Fulda
Andreas Schneidewind, Leitung
Ort der Veranstaltung
Die Christuskirche liegt im Herzen Fuldas, nur wenige Schritte vom belebten Stadtzentrum entfernt, und wirkt doch wie ein ruhiger Rückzugsort. Wer sie betritt, spürt sofort diese besondere Mischung aus Offenheit und Konzentration, die den Raum prägt.
Erbaut wurde die Kirche in den 1950er Jahren, als Fulda nach dem Krieg neu wuchs und neue geistliche Orte brauchte. Ihr klarer, sachlicher Baustil folgt den Ideen der Moderne: viel Licht, wenig Zierrat, ein Raum, der den Menschen und nicht das Ornament in den Mittelpunkt stellt. Gerade diese Schlichtheit verleiht der Christuskirche ihre warme, zeitlose Ausstrahlung.
Besonders für Konzerte ist sie ein Glücksfall. Die hohen, lichten Wände schaffen eine Akustik, die zugleich transparent und tragfähig ist – ideal für Chöre, Orchester und große Oratorien. Klang entfaltet sich mühelos, ohne zu verschwimmen, und das Publikum erlebt Musik in einer Atmosphäre, die zugleich konzentriert und einladend wirkt. So wird die Christuskirche zu einem Ort, an dem Kunst und Raum miteinander ins Gespräch kommen.
Copyright: Christuskirche
Einlass: 16:15 Uhr
Eventdaten bereitgestellt von: Reservix