BUBONIX aus Limburg sind zurück.
Dynamisch, frisch und reflektiert. Die Optik hat sich zwar nach dem Ausscheiden von Nenad Grbavac und Sara de Castro verändert, doch die Idee und die Musik sind geblieben. Der Neuanfang wurde mit dem Gitarristen Sascha Bonnemann von Toxoplasma in Angriff genommen.

Alte Straßenköter-Weisheit: Die besten Parties sind immer die, zu denen man nicht eingeladen ist. Man braucht sich keine Gedanken um die Abendgarderobe zu machen, hat außer einem halbvollen, abgestandenen Wegbier nichts in der Hand, was als Mitbringsel herhalten könnte, bedient sich gleichwohl mit absoluter Selbstverständlichkeit am Schnapsregal des Gastgebers, hinterlässt als Überraschung für den Tag danach eine Stange Mittelstrahl im Zahnputzbecher und tanzt vor allen Dingen möglichst auf allen Tischen so, dass man immer mit dem Kopf voran in der Hochzeitsbowle landet. Die Zuschauer sollen sich schließlich an diesen wunderschönen Abend erinnern können.

BUBONIX machen das, um das oben skizzierte Wedding-Crasher-Prozedere mal durch die Subkultur-Szene-3D-Brille mit einer Tüte Popcorn in der Hand anzuschauen, seit Jahren nicht anders. Jene bandgewordene Voodoo-Zeremonie des Punk und Hardcore um Sänger und Vorzeige-Wildsau Thorsten Polomski hat eigentlich immer schon auf jeder Party den größten Eindruck hinterlassen – und das, obwohl (oder aber gerade weil) sie eigentlich nie und nirgendwo so richtig reingepasst hat.

Negative Approach, irgendwer? Hat da drüben jemand Misfits gerufen? Höre ich ein Black Flag? 7 Seconds, verehrte Hörer:innen? Darkest Hour? Minor Threat? Alte Anthrax? Hammerhead? Oder gar Schweinerock-Anleihen der Marke Gluecifer, The Bronx oder Zeke?

Ihre letzte Veröffentlichung „Through The Eyes“, produziert von Kurt Ebelhäuser und Michel Wern, fängt eindrucksvoll die Live-Power der BUBONIX ein und streicht die Old-School-Wände modern an, um sie gleich darauf wieder einzureißen.

Was Markus Klees, Sascha Bonneman, Oliver Kunz, Hermann Weier und Thorsten Polomski hier durchexerzieren – nein: ZELEBRIEREN! – ist so verdammt zwingend und gut, dass es nur folgerichtig ist, dass die BUBONIX mit Alex von Pascow und Jürgen Schattner aka Kidnap Music/Rookie Records die perfekte Labelheimat für das Album gefunden haben.

Textlich sind BUBONIX Menschen, die kein Problem damit haben, anzupacken und sich die ungewaschenen Hände nochmal schmutziger zu machen. Punk muss nach Eigenaussage gar nichts, kann aber eine ganze Menge. Und der sozio-politische DIY-Gestus war schon immer: Geballte Fäuste gehören nicht in Hosentaschen, und Paläste, Altäre und Grenzen reißt man ein, damit man Ziegelsteine zum Schmeißen oder Rohstoffe hat, aus denen man sinnvolle Häuser für jene baut, die Hilfe benötigen. Alles für alle. Liebe für jeden Menschen. Egal welche Disposition. Außer für Nazis, Konservative und rückwärtsgewandte Traditionalisten.

Welcome back, BUBONIX… ach nee: FUCK LOVE, MAKE VIOLENCE TO ÄRSCHE!
(Ingo Donot)

Einlass: 20:00 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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