Freitag, 06.03.2026
um 19:00 Uhr




Immer weniger Menschen sind bereit, jenseits der eigenen Ansichten und Überzeugungen Gespräche zu suchen. Immer weniger Menschen gründen ihre Meinungen auf Anschauung und sind dafür auch bereit, Mühen auf sich zu nehmen. Der Schriftsteller Navid Kermani ist ein Mensch, der spricht, reist, nachdenkt, aushält. Und er ist ein Begleiter des Festivals: 2007, im allerersten Programm, war er mit seinem Roman „Kurzmitteilung“ unser Gast. 2016 stand er uns auf der Bühne zur Seite, als wir kurz nach Roger Willemsens Tod das Festival eröffnen mussten. Im zwanzigsten Jahr darf er also nicht fehlen.

„Sommer 24“ heißt nun sein neuer Roman. Navid Kermani hält darin durch seinen Erzähler ein Jahr fest, das wohl einmal als Zäsur in den Geschichtsbüchern stehen wird: Die Wahl in den USA, die Kriege in Gaza, der Ukraine, dem Sudan. Messerattacken und die Erfolge des
Rechtspopulismus, der schleichende Wandel politischer Systeme und gesellschaftlicher Werte. Navid Kermanis Erzähler beschleicht zunehmend das Gefühl, die sogenannte Normalität zu verlieren. Auch im Leben dieses Einzelmenschen gerät vieles aus den Fugen: da ist der Selbstmord eines jüdischen Freundes, die Vorwürfe der Freundin, die Erlebnisse auf einer Reise nach Tigray.

Navid Kermani erweist sich mit diesem Buch einmal mehr als Chronist unserer Zeit, als scharfer Beobachter und sanfter Beschreiber des einzelnen Menschen in den Widersprüchen der Gegenwart. Anne-Dore Krohn spricht mit ihm über seine Arbeit am Buch der Zeit und darüber, wie scheinbar Unversöhnliches versöhnt werden könnte und wie auszuhalten wäre, was schlicht nicht zu versöhnen ist.

Einlass: 18:00 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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Navid Kermani - Sommer 24