Eine ganze Welt
Programm:
Joseph Haydn hat auch in der für ihn nicht so gebräuchlichen Gattung Flötentrio alle Register seines Könnens gezogen und Werke voller Erfindungsreichtum und Eleganz geschaffen.
Sie wurden auf Wunsch des Londoner Verlegers John Bland geboren, der Haydn 1789 besuchte. Der Komponist machte sich sofort an die Arbeit und komponierte drei besonders charmante Trios, die vor Witz und Raffinesse nur so strotzen.
Claude Debussy hat in seiner Musik die Querflöte zum Instrument der mythischen Natur erhoben. Von "L’après-midi d’un faune" über die Chansons de Bilitis bis zur späten Sonate für Flöte, Viola und Harfe sind sie Träger einer Ästhetik, die der Komponist "correspondence mystérieuse de la nature et de l’imagination", geheimnisvolle Korrespondenz zwischen Natur und Einbildungskraft, nannte, sein frühes G-Dur-Klaviertrio. Stilistisch verrät das Werk den Einfluss der großen Vorbilder des jungen Komponisten.
"Ging sehr gut und wirkte wie ich gewollt" schrieb Carl Maria von Weber am 21. November 1819 in sein Tagebuch, nachdem sein g-Moll-Trio in einem Dresdner Privatkonzert uraufgeführt worden war. Diese Wirkung, die sich auch bei den Zeitgenossen einstellte, haben spätere Generationen beim Anhören des Trios nicht immer verspürt: Webers Trio ist in den Konzertsälen selten zu hören. Dabei sollte man seinen Rang als bedeutendstes Klaviertrio der Romantik vor Schubert durchaus würdigen.
Philippe Gauberts "Trois Aquarelles" (Drei Aquarelle) könnten vom Titel her den Eindruck erwecken, dass es sich bei diesen drei Stücken um hingetupfte Miniaturen handelt, doch im Gegenteil, sie sind vollwertige Kompositionen. Gaubert vollendete sie 1921, anfangs mit dem Plan, sie von einem Klaviertrio spielen zu lassen. Erst kurz vor Veröffentlichung überlegte er, dass sie auch mit Flöte, Cello und Klavier gut klingen könnten. Und
tatsächlich ist es genau diese Besetzung, durch die das Werk bekannt wurde.
Joseph Haydn:
Trio Nr. 30 F-Dur Hob XV:17
Claude Debussy:
Trio für Flöte, Violoncello und Klavier G-Dur
Philippe Gaubert:
"Trois Aquarelles" für Flöte, Violoncello und Klavier
Carl Maria von Weber:
Trio für Flöte, Violoncello und Klavier g-Moll op. 63
Mitwirkende:
Martina Overlöper, Flöte
Christoph Kepser, Violoncello
James Maddox, Klavier
Foto: © Bochumer Symphoniker
Einlass ca. 1 Stunde vor Konzertbeginn