Vier Jazznächte zum vierzigsten Festival: Das Jazzfestival Würzburg bringt nach einem kulturgeschichtlichen Gesprächskonzert an drei Abenden je zwei Konzerte von aktuellen progressiven Formationen. Samstag ist der abwechslungsreiche Tag der Kontraste von Ambient und Funk.
Das Berner Kollektiv Arbre (Foto Lionel Nemeth) klingt größer, als es ist, und reifer, als es besteht: Erst vor vier Jahren fanden Mélusine Chappuis (Keyboards, Synthesizer), Paul Butscher (Flügelhorn, Stimme) und Xavier Almeida (Schlagzeug und Piano) zum Trio zusammen und entwickelten ihre Soundspaces in dem großen freien Raum zwischen Jazz und Alternative Music. Die Reibungen und Ergänzungen von Elektronika und dem heiseren, gedämpften Klang des Flügelhorns machen Arbre einzigartig. Aber mehr noch! Für alle Drei steht beim Konzipieren und Musizieren der gemeinsame kreative Prozess steht im Vordergrund. Deswegen entscheiden sie über alles kollektiv. Worauf sie sich immer einigen können, ist die hingebungsvolle Arbeit an Sounddetails und an langen Entwicklungsbögen. Und an die Poesie: „Mes épaules seront rivières“ heißt ihr zweites Album – meine Schultern werden Flüsse sein. Auch da wird groß gedacht. Hörproben: https://arbremusic.ch/videos/
Ebenfalls eine Fusion, aber ganz anders folgt auf den meditativen der fetzige Teil des Abends. The Jakob Manz Project hält den funkigen Jazzrock lebendig, und zwar durch die verschiedenen Vorlieben der vier Musiker: Soul, Pop, Weltmusik oder Hip-Hop. Im Vordergrund steht das Altsaxophon des Bandleaders, der schon mit 16 Jahren den Preis Future Sounds der Leverkusener Jazztage einsackte. Das war 2018. Sieben Jahre später, nach internationalen Festivalauftritten und einem Vertrag mit dem Label ACT hat Manz seine zupackende Spielweise noch verfeinert und Künstler gefunden, die das Projektspektrum mit Eigenkompositionen und ihren Individualitäten bereichern. Mit Hannes Stollsteimer (Flügel, Keyboard), Frieder Klein (Bass) und Leo Asal (Schlagzeug) treibt Jakob Manz durch eingängige Grooves, leidenschaftliche Soli und kristallklare, manchmal auch melancholische Klangwelten. Hörproben: https://jakobmanz.de/videos/
Der Veranstalter, die Jazzinitiative Würzburg e. V., entstand 1984 als Selbsthilfeorganisation regionaler Profimusiker aus dem Wunsch, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das macht die allherbstliche Konzertreihe seit Jahrzehnten zu einem Förderfestival, das die Herkunft seiner Gäste auf den ganzen deutschsprachigen Raum ausgeweitet hat. Die ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden OrganisatorInnen wählen Künstlerinnen und Künstler, die dem Publikum etwas Eigenes zu sagen haben und die neue Wege für die Zukunft des Jazz suchen. Die Stadt Würzburg zeichnete die Jazzinitiative 2000 mit der kommunalen Kulturmedaille aus.

Einlass: 18:30 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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