Samstag, 26.04.2025
um 18:00 Uhr




Eine plötzliche Gefühlsregung, die so stark ist, dass sie die Ratio auszuschalten vermag, wird heute als „Affekt“ bezeichnet. In der Musikästhetik des 18.Jahrhunderts ist die „Affektenlehre“ von zentraler Bedeutung für die musikalische Komposition, die sich dicht an der Rhetorik eines überzeugenden Redners orientierte. Tonarten, Rhythmen, Figuren, Harmonien, Intervalle werden einzelnen Gefühlszuständen zugeordnet, die der Komponist möglichst so geschickt einsetzen sollte, dass im Zuhörer die stärksten Leidenschaften entfacht oder auch gezügelt würden. Johann Matthesons Buch „Der vollkommene Capellmeister“ ist hier eine grossartige Verständnisquelle für den Musiker wie auch den Musikfreund. Von ihm und von den bedeutendsten Meistern des Barocks wie Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann werden in diesem Konzert Werke zu hören sein.

"... so muß er wahrhafftig alle Neigungen des Hertzens, durch blosse ausgesuchte Klänge und deren geschickte Zusammenfügung, ohne Worte dergestalt auszudrucken wissen, daß der Zuhörer daraus, als ob es eine wirckliche Rede wäre, den Trieb, den Sinn, die Meinung und den Nachdruck, mit allen dazu gehörigen Ein- und Abschnitten, völlig begreifen und deutlich verstehen möge." (J. Mattheson, „Der vollkommene Kapellmeister“ Hamburg 1739)

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