Gift. Eine Ehegeschichte - Premiere; Stückeinführung 19:30 Uhr
Lot Vekemans; aus dem Niederländischen von Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach)
Nach mehr als zehn Jahren kommen ein Mann und eine Frau zusammen, an dem Ort, wo ihr Kind begraben ist. Beide haben verschiedenen Wege eingeschlagen, mit dem Tod des Sohnes umzugehen. Er ist nach Frankreich gegangen, hat versucht, ein neues Leben zu beginnen, wird bald wieder Vater werden. Sie ist zurückgeblieben in dem gemeinsamen Haus, fühlt sich einsam in ihrer Trauer und kann den Gedanken an Veränderung kaum ertragen.
Der Grund ihrer Zusammenkunft ist ein Brief, in dem die Umbettung ihres Sohnes, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, angekündigt wird, nachdem man auf dem Friedhof Gift im Boden gefunden hat. Aber warum lässt sich die ganze Zeit niemand von der Friedhofsverwaltung sehen?
Das Elternpaar begegnet sich unsicher, versucht eine neue Annäherung. Doch der Schmerz hat eine schwer überbrückbare Kluft gerissen...
Gift ist eine tastende Suchbewegung zweier Menschen nach der Möglichkeit, die Vergangenheit zu akzeptieren, in gemeinsamer Erinnerung Ruhe zu finden und Vertrautes wieder zuzulassen. Dabei lässt das Stück selbst in dieser tiefen Tragik auch komische Momente aufblitzen.
Lot Vekemans, geboren 1965, studierte Soziale Geografie an der Universität Utrecht und besuchte die „Writerscholl t Colofon“ in Amsterdam und zählt heute zu den renommiertesten niederländischen Dramatikerinnen. Für ihre Theaterstücke erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. 2005 den Van Der Vies Preis für „Truckstop“ und „Schwester von“, 2010 den Taalunie Toneelschrijftprijs für „Gift“ sowie 2016 den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis für religiöse Dramatik. Lot Vekemans lebt in Nieuw Balinge, Niederlande.
Besetzung
Sie: Sophie Maria Scherrible
Er: Malte Flierenbaum
Regie: Mirjam Neidhart
Ausstattung: N.N.
Dramaturgie: Dr. Stefan Tigges
Technik Mike Michelus, Alexander Schwab
Premiere:12.6.2026